Ja, jedes Jahr tue ich etwas für mich.
2024 – einen Tag vor meinem Unfalltag – war ich gemeinsam mit meinem Robo, liebevoll „Miststück“ genannt, zu Gast im Kindergarten St. Christophorus in Goldbach. Der Kontakt entstand durch eine Freundin vom Rollstuhlbasketball.
Ein Tag, der für immer in meinem Herzen bleiben wird. Warum? Das erzähle ich euch gern.
Schon beim Ankommen wurde ich unglaublich herzlich empfangen. Unzählige große, neugierige Kinderaugen warteten gespannt darauf, was passieren würde. Die Kleinen beobachteten mich bereits vom Fenster aus, als ich aus dem Auto stieg, meinen Rollstuhl herausholte und dieses ganz besondere „Etwas“ aus dem Kofferraum hob.
Der Grund für dieses Treffen war ein ganz besonderer: Die Kinder sollten lernen, dass jeder Mensch einzigartig ist – und wir trotzdem alle gleich sind. Für mich ein Herzensthema. Ich stehe für Inklusion und Integration.
In mehreren Gruppen kamen die Kinder in den Turnraum. Ich saß in der Mitte, die Kinder im Kreis um mich herum. Schon während meiner Vorstellungsrunde war die Neugier riesig. Die Kinder hörten aufmerksam zu, schauten mich fasziniert an und wollten alles über mich, meinen Rollstuhl und meinen „Roboter“ wissen.
Gemeinsam sprachen wir über die Vielfalt der Menschen. Darüber, was Kinder über andere Menschen denken, ob sie schon Erfahrungen mit Rollstühlen oder anderen Behinderungen gemacht haben. Wir redeten darüber, dass alle Menschen gleich viel wert sind – ganz egal, welche Hautfarbe sie haben, ob sie blonde oder braune Haare tragen oder welche Sprache sie sprechen.
Ich habe diesen Austausch sehr genossen. Es war beeindruckend zu sehen, wie offen, ehrlich und neugierig die Kinder waren – und wie viel Verständnis sie bereits mitbringen.
Natürlich durfte am Ende das Highlight nicht fehlen: Ich stand mit meinem Roboter auf und lief für jede Kindergruppe eine Runde durch die Halle.
„Ohhhh, Transformers!“ riefen die Kinder – und in diesem Moment war ich einfach nur stolz.
Es war eine wunderschöne und sehr bereichernde Erfahrung – für mich genauso wie für die Kindergartenkinder. Zum Abschluss entstand noch ein gemeinsames Bild. Aus Datenschutzgründen sind die Kleinsten nur von hinten zu sehen, doch eines erkennt man sofort: Auch hier haben wir es gemeinsam geschafft.